Fernstudium ohne Abitur

Fernstudium ohne Abitur

  • 1. Grundvoraussetzungen
  • 2. Fernstudiengänge ohne Abitur

Ausbildung, Weiterbildung, Meisterschulung – viele Berufstätige streben nach einer erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildung den nächsten Karriereschritt an, wollen ihr Wissen erweitern und ein Studium absolvieren. Doch noch einmal die Schulbank drücken, um das Abitur erlangen, kommt für viele nicht in Frage.
Und das ist auch nicht notwendig, denn mit einem Studium an einer deutschen Fernhochschule kannst du unterschiedliche Studiengänge absolvieren und das ganz ohne eine schulische Hochschulzugangsberechtigung. Es gibt es allerdings ein paar Voraussetzungen, um sich an einer Fernhochschule als Student auch ohne ein Abi-Zeugnis einschreiben zu können.

Was sind die Grundvoraussetzungen um ein Fernstudium ohne Abitur beginnen zu können?

Das Kultusministerium in Deutschland hat erst 2009 die Bedingungen für ein Studium ohne Abitur aktualisiert. In Deutschland gibt es dafür die folgenden zwei Möglichkeiten:

1. Eine mindestens 2-jährige, erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung und eine in Deutschland anerkannte und erfolgreich abgeschlossene Fortbildung. Dazu zählen als klassische Hochschulzugangsprüfung (Eingangsprüfung) zum Beispiel die Meister- oder Technikerprüfung oder den Fach- oder Betriebswirt.

2. Eine mindestens 2-jährige, erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung und mindestens 3 Jahre Berufspraxis. Die praktische Berufserfahrung sollte dabei im Optimalfall in der fachlich angestrebten Studienrichtung absolviert sein.

Gibt es noch weitere Zulassungsvoraussetzunen?

Grundsätzlich unterscheiden sich die Zulassungsvoraussetzungen für das Studieren in Deutschland aber weiterhin je nach Bundesland. Hierbei solltest du besonders auch die notwendigen Zulassungsbedingungen für ein Fernstudium in einem anderen Bundesland im Voraus prüfen. Das Alter, die Noten und der Hauptwohnsitz sind dabei zum Beispiel entscheidende Voraussetzungen. Einige Fernhochschulen bieten Studieninteressierten ohne Hochschulzugangsberechtigung die Möglichkeit in besonders begründeten Einzelfällen über eine Hochschulzugangsprüfung (Eingangsprüfung) ein fachlich entsprechendes Studium aufzunehmen. Um sicherzugehen das du alle Voraussetzungen für das Studium bieten kannst, gibt es reichlich Infomaterial von jeder Fernhochschule. Zudem bieten fast alle Fernhochschule die Möglichkeit einer persönlichen und individuellen Beratung an.

Welche Fachrichtungen kann ich auch ohne Abitur studieren?

In Deutschland hast du die Möglichkeit eine Vielzahl an unterschiedlichen Studiengängen an einer Fernhochschule studieren zu können. Dazu zählen beispielsweise die Bachelor-Studiengänge im Personalwesen, der Betriebswirtschaftslehre, im Management oder in der Kommunikations- und Kulturbranche. Diese Studiengänge können insbesondere auch als Erweiterung zum Berufswissen dienen. In einer Berufsausbildung werden die Grundlagen erlernt und während eines Studiums kannst du dieses Wissen erweitern und dir Fachwissen aneignen. Unter bestimmten Voraussetzungen können zudem auch medizinische Studiengänge belegt werden, allerdings ist die Zulassung ohne Abitur nur unter bestimmten Regelungen möglich.

Vorkurse und Prüfungsmodule geben einen ersten Einblick

Doch wie kann ich eigentlich die Gewissheit haben, dass dieses Studium überhaupt zu mir passt? Viele Menschen mit langjähriger Berufserfahrung haben zunächst Hemmungen davor, sich in die reine Theorie zu stürzen. Insbesondere auch, da sie nicht wie Abiturienten direkt von der Schulbank und den Abi-Prüfungen zur Uni kommen. Und auch die Wahl des Studiengangs bringt häufig Verunsicherungen hervor. Doch das sind keinesfalls Hindernisse, denn die meisten Fernhochschulen bieten vor dem Studienbeginn spezifische Vorkurse an, beispielsweise in Mathematik. Im Vorkurs kannst du dich bereits an das Studienfach herantasten und herausfinden ob der Studiengang überhaupt zu dir passt.

Neben der Erweiterung deines Wissens, kann ein Studium dir auch etliche Türen öffnen – für einen steilen Karriereweg in deinem bisherigen Beruf oder auch einer kompletten beruflichen Neuorientierung. Also zögere nicht lange und nutze die Chance, die dir mit einem Fernstudium geboten wird, auch wenn du kein Abitur hast.

Deutschland bietet dir die Möglichkeit zu jedem Zeitpunkt mehr Bildung zu erhalten, dein Wissen zu erweitern, eine Karriere zu machen und einfach einen neuen Schritt zu wagen.

Selbstorganisation im Fernstudium Teil 2: Zeitmanagement

Zeitmanagement im Studium: Prinzipien – Teil 2

Eine der größten Herausforderungen im Fernstudium ist die richtige Organisation und Planung: Ohne Zeitmanagement geht nichts! Das gilt sowohl für die verschiedenen Aspekte deines Alltags, die es zu kombinieren gilt (Job, Studium, Beziehung, Freunde, …), wie auch für die Lerninhalte und Aufgaben im Studium selbst. Wie aber funktioniert ein gutes Zeitmanagement?

Wer sich informiert, findet haufenweise Tipps. Ein Klassiker ist sicherlich das Pareto-Prinzip, das auch 80-zu-20-Prinzip genannt wird. Es ist nach dem italienischen Ökonom und Soziologen Vilfredo Pareto benannt, der feststellte, das sich viele Phänomene auf diese Verteilung zurückführen lassen: Etwa, dass zur damaligen Zeit etwa 20% der Bevölkerung 80% des Bodens besaßen.

Dieses Phänomen wird gerne auf verschiedene Aspekte übertragen, etwa in der Wirtschaft (80% des Umsatzes wird von 20% der Kunden generiert). In Bezug auf das Thema Zeitmanagement bedeutet es: Oftmals werden mit 20% des Aufwands schon 80% der Leistung erzeugt.

Das Pareto-Prinzip ist vor allem eins: Eine Aufforderung, sich nicht zu verzetteln.

Überlege dir immer wieder aufs Neue, welche Aufgaben/Lerninhalte tatsächlich wichtig sind und fokussiere dich auf diese. Niemand kann alles wissen, das liegt in der Natur der Sache. Daher ist es entscheidend, zunächst einen Überblick zu erhalten, Zusammenhänge zu verstehen und dann nach und nach tiefer in die Themen einzusteigen. So weißt du, was auf jeden Fall sorgfältig erledigt werden sollte und was vernachlässigt werden kann.

Falls dir priorisieren manchmal schwer fällt, solltest du dir auch das Eisenhower-Prinzip einmal anschauen: Es wird auch Eisenhower-Matrix genannt, weil es darum geht, Aufgaben nach zwei Bereichen zu kategorisieren: Einmal um den Faktor Wichtigkeit und einmal um Dringlichkeit. Manche Aufgaben sind ganz klar weniger wichtig und weniger dringend und können daher auf die lange Bank geschoben werden. Auch klar ist: Was dringend und wichtig ist, gehört sofort erledigt.

Idealerweise sollten in diesem Fenster allerdings nur wenige Aufgaben stehen – das gelingt dir, wenn du die Dinge bereits bearbeitest, solange sie wichtig, aber noch nicht dringend sind. Die Deadline für eine Hausarbeit beispielsweise steht schon frühzeitig fest. Wirklich gut wird die Arbeit vermutlich nur, wenn du sie bereits angehst, solange sie noch eine nicht-dringend-aber-wichtig-Aufgabe ist.

Welche Prinzipien sind also tatsächlich wichtig?

  • Schreibe deine Aufgaben regelmäßig auf, so behältst du den Überblick.
  • Sortiere sie nach Wichtigkeit und Dringlichkeit – und räume vor allem den wichtigen Dingen Zeit ein, auch wenn sie noch nicht eilig erscheinen
  • Denk an Pareto: Du kannst nicht alles wissen/schaffen. Sei sorgfältig bei wichtigen Dingen – und verzettle dich nicht bei den unwichtigen.

➨ Hier gehts zum ersten Teil der Reihe „Effektives Zeitmanagement im Fernstudium – Teil 1“.

Selbstorganisation im Fernstudium Teil 1: Motivation & Ziele

Selbstorganisation im Fernstudium – Teil 1

Was in einem regulären Präsenzstudium gilt, gilt im Fernstudium erst recht: Eine gute Organisation ist das A und O, wenn diese – meist zusätzliche – Aufgabe gelingen soll. Äußerst hilfreich ist es daher, sich schon zu Beginn einige grundlegende Gedanken zu machen:

Motivation und Ziele klären

Mach dir schon zu Beginn bewusst, aus welchem Grund du studierst: Aus persönlichem Interesse? Um die Karriere voranzutreiben? Wie wichtig ist dir ein Abschluss in Regelstudienzeit, wie wichtig (sehr) gute Noten? Welche Priorität hat dein Studium im Vergleich zu Familie, Job, Hobbies?

Wenn du dir darüber klar bist, was du in welcher Zeit erreichen möchtest, solltest du dir realistische Zwischenziele setzen: Bis wann möchtest du den Stoff für die Klausur X gelernt haben? Bis wann soll die Hausarbeit stehen? Bei dieser Planung ist es wichtig, nicht nur die äußeren Faktoren im Blick zu haben (wann ist die Deadline der Uni?), sondern vor allem ein Blick auf die eigenen zeitlichen Ressourcen zu werfen: Auch wenn die Uni die Hausarbeit erst Ende Mai haben möchte – wenn du von vorneherein weißt, dass du beruflich im Mai sehr eingespannt sein wirst, solltest du dir selbst ein Zeitfenster bis Ende April setzen. Überschätze bei dieser Planung auch nicht die eigene Konzentration und Ausdauer! Jede/r Mensch braucht auch bewusste Pausen und schafft manchmal das vorgenommene Pensum nicht. Daher: Puffer einplanen ist wichtig!

Feste Orte und Zeitfenster

Um den inneren Schweinehund zu zähmen, hilft Routine. Dazu zählen sowohl Zeit als auch Raum: Auch wenn du das verlockende Instagram-Bildchen vom motivierten Studenten im Kopf hast, der mit Laptop und Caffè Latte im sonnigen Café sitzt und ganz nebenbei seine Hausarbeit schreibt – die wenigsten Menschen können sich in dieser Umgebung tatsächlich konzentrieren.

Schaffe dir einen Lernort (zu Hause oder in der Bibliothek), an den du tatsächlich nur gehst, um zu lernen. Lass dort nichts herumliegen außer den Materialien, die du tatsächlich brauchst. Wenn du merkst, dass du eine Pause brauchst, steh auf und geh in einen anderen Raum – so verinnerlichst du, dass an diesem Lernort tatsächlich gearbeitet wird und nicht am Handy die facebook-Timeline überprüft.

Ebenso hilfreich sind feste Lernzeiten: Genauso wie das Fußballtraining eine feste Zeit im Terminkalender hat, solltest du dir feste Lernzeiten setzen – und daran halten. Am Anfang mag das schwer sein und man ist versucht, „doch noch eine halbe Stunde Pause“ zu machen oder „noch schnell dies oder jenes fertig zu machen“. Je mehr du diese Routine aber verinnerlicht hast, desto besser wird dir das Lernen von der Hand gehen.
Wie das Fußballtraining kann natürlich auch das Lernen manchmal ausfallen, wenn es einen guten Anlass gibt. Dann solltest du dir allerdings möglichst einen Nachholtermin überlegen.

Pausen sind wichtig

Es ist nicht nur wichtig, hin und wieder einen freien Nachmittag einzuplanen; auch während einer Lerneinheit ist es sehr wichtig, den Kopf regelmäßig zu entlasten. Stell dir daher am besten einen Wecker und plane alle 25 Minuten eine fünf-Minuten-Pause ein. Die Pause mag manchmal sogar stören, wenn du gerade im „Lernflow“ bist, aber du wirkst merken, dass diese Technik sich insgesamt positiv auf deine Ausdauer auswirkt. Viele, die diesen Rhythmus konsequent praktizieren, fühlen sich nach einer längeren Einheit deutlich weniger erschöpft und müde als diejenigen, die pausenlos durchgelernt haben.

Und darum geht es ja: Den Spaß an der Sache zu behalten. Viel Spaß bei deinem Fernstudium!

 

➨ Hier gehts zum zweiten Teil der Reihe „Effektives Zeitmanagement im Fernstudium – Teil 2“.